Zum ersten Mal seit rund drei Jahrzehnten halten Zentralbanken weltweit mehr Gold in ihren offiziellen Reserven als US‑Staatsanleihen. Das spiegelt eine bemerkenswerte Verschiebung in der Allokation von Devisenreserven durch Währungsbehörden wider.
Diese Entwicklung fällt in eine Phase anhaltender Goldpreisanstiege und fortgesetzter Bullionkäufe durch Reserveverwalter weltweit.
Aus Daten, die aus Zentralbankberichten und Marktwertberechnungen zusammengestellt wurden, geht hervor, dass der Marktwert der offiziellen Goldbestände inzwischen den der ausländischen offiziellen US‑Staatsanleihebestände übersteigt.
Auch wenn sich die exakten globalen Summen mit den Preisbewegungen verändern, ist der Wert von Gold in den Reserven in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, getrieben von einer starken Nachfrage der Zentralbanken und steigenden Bullionpreisen.
Ein Meilenstein, wie es ihn seit den 1990er‑Jahren nicht mehr gab
VisualCapitalist und andere statistische Auswertungen heben hervor, dass dies das erste Mal seit mindestens 1996 ist, dass Gold US‑Staatsverschuldung in den Portfolios der Zentralbanken übertroffen hat.
Die letzte Phase, in der Goldreserven wertmäßig die Treasuries überstiegen, fiel in eine völlig andere globale Finanzordnung, noch vor der tiefen Integration von US‑Dollar‑Vermögenswerten nach dem Ende des Bretton‑Woods‑Systems.
Dieser Wandel spiegelt zwei miteinander verbundene Trends wider: Zentralbanken häufen Gold an, während der Wert der US‑Staatsanleihebestände relativ konstant bleibt.
Zentralbanken, insbesondere in Schwellenländern, traten in den vergangenen Jahren als Großkäufer von Gold auf und fügten den offiziellen Reserven häufig mehr als 1.000 Tonnen pro Jahr hinzu.
Die Käufe des offiziellen Sektors haben sich im Vergleich zu historischen Durchschnitten vervierfacht, wie Umfragen unter Reserveverwaltern zeigen.



